Autor: fpioli_admin

  • 17.08.2026 – In die Marken – Fermo und das Meer

    17.08.2026 – In die Marken – Fermo und das Meer

    Nachdem wir Castrocaro verlassen hatten, fuhren wir in Richtung Autobahn A14. Doch mein Missgeschick vom Vortag ließ mich noch immer nicht los; es kreiste wie ein hartnäckiger Gedanke in meinem Kopf. An der Auffahrt zur A14 entdeckte ich schließlich eine scheinbare Dienststelle der Autobahngesellschaft und steuerte sie ohne Zögern an. Dort wollte ich meinen inzwischen gereiften Gedanken vorbringen: Wenn ich das Ticket vom Brenner in Fermo abgeben würde, müsste damit doch eigentlich alles abgegolten sein. Diese Lösung erschien mir in diesem Moment vollkommen logisch.

    Falscher Gedanke, aber Lösung in Sicht.

    Meine Logik wurde von der freundlichen Dame jedoch entschieden, fast brutal, abgeschmettert. Einen Grund nannte sie mir nicht, doch sie erklärte ruhig, ich hätte fünfzehn Tage Zeit, die Maut online zu begleichen. Damit kehrte mein innerer Frieden langsam zurück. Also fuhren wir weiter in Richtung Fermo und Porto San Giorgio, das wir nach zweieinviertel Stunden, etwa gegen Mittag, erreichten.

    Sofort machte ich mich auf die Suche nach der Hundestrandbar „Minonda“. Schon beim Betreten des Restaurants umfing mich dieser herrliche mediterrane Küchenduft: Pasta, Fisch, gegrilltes Fleisch und all die Aromen, die nach Sonne, Meer und Urlaub schmecken. Da dachte ich: nicht nur hundefreundlich — hier bin ich angekommen.

    Ich bestellte sofort einen Tisch für drei. Bei meiner Anfrage nach Sonnenschirm und Liegen für vier Tage wurde ich freundlich an eine andere Stelle verwiesen.

    Sonnenschirm und Liegen gebucht

    Der dafür zuständige junge Mann beantwortete all meine Fragen geduldig und freundlich — mal mit einer einfachen Erklärung, mal mit einem schlichten Ja. Er erklärte mir die Regeln für den Aufenthalt mit Hund am Strand und hätte gern ein ausgefülltes Formular von mir gehabt. Leider waren keine Formulare mehr vorhanden, sodass wir es am nächsten Morgen, an unserem ersten Badetag, ausfüllen würden.

    Ein traumhaftes Mittagsmenü

    Gegen 12:30 Uhr gingen wir schließlich zum Essen, und der verführerische Duft wurde Wirklichkeit.

    Wir bestellten die Chef-Degustation — ein Menü von der Vorspeise bis zur Nachspeise. Es war eine wunderbare Wahl. Mit großer Freude genossen wir diese überwiegend auf Fisch basierende, gaumenfreundlich komponierte Folge von Speisen, die uns den Mittag auf köstliche Weise veredelte.

    Wir genossen diese Speisefolge bis kurz nach 15:00 Uhr in vollen Zügen. Dazu tranken wir einen gut gekühlten Falerio Pecorino, der sich als ideale, fast vollkommene Begleitung zu unserem Menü erwies. Wie alle schönen Dinge auf dieser Welt ging auch unser Mittagessen irgendwann zu Ende. Vollkommen zufrieden standen wir schließlich auf und machten uns auf den Weg zu unserem gebuchten Quartier.

    Navigations-Missstände

    Bei der Eingabe der Adresse unterlief mir ein kleiner Fehler bei der Hausnummer, den ich zunächst nicht bemerkte. So landeten wir nicht in der Contrada Camera 82, sondern bei Nummer 39. Dort stellte sich heraus, dass ich tatsächlich die falsche Hausnummer eingegeben hatte. Der sehr freundliche Mensch vor Ort wusste allerdings ebenfalls nicht genau, wo sich die Nummer 82 befand. Also versuchten wir mit vereinten Kräften und mithilfe von Google Maps, Licht ins Dunkel zu bringen. Schließlich ergab sich: Die Nummer 82 musste etwa 1,5 Kilometer weiter entfernt liegen.

    Mit neuem Mut starteten wir in die angezeigte Richtung — nur um bald festzustellen, dass es doch nicht so einfach war. Also hieß es: Notbremse ziehen und den Besitzer von Cà Nick anrufen. Gesagt, getan. Nachdem ich Antonio unseren Standort beschrieben hatte, schien die Verwirrung zunächst eher größer als kleiner zu werden. Schließlich vereinbarten wir einen neuen Treffpunkt: Antonio würde uns dort abholen. Also fuhren wir zurück zum Rondell, das von Porto San Giorgio heraufführt.

    Tatsächlich erschien Antonio nach etwa fünfzehn Minuten mit seinem Panda — und das kleine Navigationsdrama fand ein glückliches, beinahe heiteres Ende.

    Die Cà Nic Ferienwohnung

    Nach etwa sieben bis acht Minuten kamen wir bei unserem Quartier an: einem sehr schönen Agriturismo, mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und von einer wohltuenden Ruhe umgeben.

    Antonio Fraus und Sabine begrüßten uns sehr herzlich. Die beiden zeigten uns das Apartment, in dem wir bis zum kommenden Samstag wohnen würden: sehr schöne Räume, ebenfalls mit großer Liebe gestaltet, warm, einladend und voller kleiner Details.

    Nach diesem Rundgang brachten wir, mit Antonios Hilfe, unsere Koffer ins Apartment.

    Christine und unsere Enkelin fuhren anschließend noch einkaufen, und ein schöner Genusstag mit kleinen Hürden neigte sich langsam seinem Ende zu.

    Wir genossen noch den Sonnenuntergang auf unserer kleinen Terrasse — diesen stillen, goldenen Abschiedsgruß des Tages — und gingen danach zufrieden schlafen.

  • 16.08.2026 – On the Road again

    16.08.2026 – On the Road again

    Streckenbeschreibung

    Endlich, nach einem Jahr Abstinenz, nehmen wir wieder Fahrt auf Richtung Italien – und zum ersten Mal begleitet uns unsere kleine Prinzessin.

    Erste Etappe: von Hörlkofen nach Castrocaro Terme in der Emilia-Romagna. Vor uns liegen 660 Kilometer – über Innsbruck, die Europabrücke und den Brenner, weiter auf der E45 Richtung Süden. Baustellen bei Kufstein, Innsbruck, Gries am Brenner und Brenner Bad bremsen uns immer wieder aus. Fahrtzeit mit Pausen:

    Die zäheste Passage erwartet uns zwischen Trient und Affi: Der Verkehr stockt, die Geduld wird dünn – doch die Vorfreude auf Italien trägt uns weiter. Schließlich kostet uns auch ein selbst verschuldeter Moment zusätzliche Zeit: An der Ausfahrt reihe ich mich versehentlich in die falsche Spur ein und muss die Hilfe des Autostrade-Automaten in Anspruch nehmen. Eine Stimme bittet mich, mein Problem zu schildern. Ich erkläre, dass ich meine Maut bezahlen möchte. Auf die Frage, wo ich aufgefahren sei, antworte ich: „681 Brennero.“ Kurz darauf öffnet sich die Schranke. Unwillkürlich fahre ich hinaus – ohne bezahlt zu haben. Für mich als korrekten Menschen fühlt sich das nicht richtig an, doch es gibt keine Möglichkeit mehr, den Fehler wiedergutzumachen.

    Betreutes Fahren für Opa

    Das unbezahlte Mautticket lässt mich nicht los. Die Nervosität sitzt mir noch in den Knochen – so sehr, dass die Enkelin kurzerhand das betreute Fahren für Opa übernimmt. Gegen 20:20 Uhr erreichen wir schließlich das Hotel Belvedere in Castrocaro, nach fast zehn Stunden voller Baustellen, Staus und falscher Spuren.

    Wir laden nur das Nötigste und Wertvollste aus dem Auto und machen uns auf die Suche nach einem Restaurant. Fündig werden wir in der Pizzeria Dalla Loggia – und dort wartet der versöhnliche Abschluss dieses Tages: eine richtig gute Pizza. Müde, aber satt, fallen wir danach ins Bett.

    Den ersten Urlaubstag haben wir mit Mühe, Geduld und einem kleinen Abenteuer hinter uns gebracht.

  • San Severino Marche – Das Schatzkästchen, dessen Wert ich als Kind noch nicht kannte

    San Severino Marche – Das Schatzkästchen, dessen Wert ich als Kind noch nicht kannte

    San Severino Marche und sein kulturelles Erbe

    Nicht nur, weil ich dort geboren wurde, fällt es mir schwer, San Severino Marche zu beschreiben. Ich möchte beim Leser weder den Eindruck eines übertriebenen Lokalpatriotismus erwecken noch meine erlebten Schwierigkeiten in den Vordergrund stellen.

    Heute erscheint mir dieser Ort wie ein Schatzkästchen, das seit Jahrhunderten, ja seit Jahrtausenden Geschichte, Kultur und Spiritualität in sich bewahrt.

    Manchmal müssen wir uns von Orten entfernen, die in uns negative Erinnerungen hinterlassen haben. Doch mit der Entfernung und der Zeit entsteht auch Sehnsucht nach diesen Orten, mit denen wir viele positive Erinnerungen verbinden, die unser Herz berühren und unsere Seele trösten. Dann betrachten wir alles aus einem anderen Blickwinkel.

    Wie bereits gesagt, war mein gefühlsmäßiges Verhältnis zu meinem Geburtsort nicht immer von positiven Erinnerungen geprägt. Damals schrieb ich diese dem ganzen Ort zu, obwohl ich sie eigentlich anderen Umständen hätte zuschreiben müssen. Mein Blick war dadurch getrübt und voller Wut, und ich nahm nicht wahr, was um mich herum geschah.

    Mit der Zeit, dem Leben im Ausland, der Anpassung an andere Kulturen und Lebensgewohnheiten und der Entfernung, die schließlich von Heimweh überlagert wurde, hatte ich Gelegenheit, darüber nachzudenken, warum und wie ich in diese Lage geraten war.

    Mir fehlten diese kulturellen und geistigen Werte und jene Orte, mit denen ich trotz allem verbunden war. Dazu gehörte der Glockenturm am Castello: Wenn ich auf dem Schulweg noch auf der Piazza herumtrödelte und er acht Uhr schlug, musste ich die Beine in die Hand nehmen und die Schule erreichen, bevor der Hausmeister das Tor schloss. Sonst galt ich als unentschuldigt abwesend.

    San Severino Kirchen

    Da ist das antike Septempeda, dessen archäologische Überreste von den römischen Ursprüngen San Severinos erzählen. Da sind der Duomo Vecchio am Castello, die alten Klosteranlagen von Santa Caterina und Santa Chiara, San Lorenzo in Doliolo mit seiner außergewöhnlichen Krypta und San Pacifico auf der gegenüberliegenden Anhöhe.

    Mit San Pacifico verbindet mich eine meiner Kindheitserinnerungen: Am Heiligabend fuhren wir mit dem Bus von der Piazza del Popolo zur Mitternachtsmesse. Anschließend spielten wir beinahe bis zum Morgengrauen Tombola.

    Und dann ist da der Duomo di Sant’Agostino. Für viele ist er ein bedeutendes Gotteshaus; für mich ist er auch die Kirche, in der ich getauft wurde. Ich weiß nicht, ob das damalige Taufregister noch existiert, doch die Pfarrei wird sicherlich über entsprechende Aufzeichnungen verfügen. Das Merkwürdigste daran ist, dass ich dort als Gianfranco Scalera eingetragen wurde, während mein richtiger Name Franco Pioli lautet, wie es im Melderegister von San Severino vermerkt ist.

    Zur Geschichte der Stadt gehören außerdem San Giuseppe an der Piazza del Popolo und La Misericordia beim Uhrturm. Manche dieser historischen Gebäude haben im Laufe der Zeit neue Aufgaben übernommen und verbinden heute Vergangenheit und kulturelles Leben miteinander.

    Die dörfliche Lebensart, die Freunde, der Sport und die Tanzlokale – von Antonietta und Peppe bis zu dem Saal über der Markthalle, in dem die Musikkapelle von San Severino probte – ließen mich erkennen, dass San Severino letztlich nichts mit meinen schlechten Erinnerungen zu tun hatte. Das weckte in mir Gefühle, die ich vorher nicht kannte oder vielleicht nicht wahrhaben wollte.

    Das Teatro Feronia – damals ein Ort der Bestrafung

    Ich war noch keine elf Jahre alt und wusste nichts von Architekturgeschichte oder Kulturerbe. Für mich war das Feronia kein Denkmal, sondern ein Ort, an dem ich nach der Schule meiner Mutter bei der Reinigung helfen musste.

    Wegen der schwierigen finanziellen Lage unserer Familie hatte meine Mutter neben der Verteilung von Paketen und anderen kleinen Verdienstmöglichkeiten auch die Reinigung des Teatro Feronia übernommen. Deshalb musste ich ihr jeden Tag nach der Schule helfen.

    Die Vorstellungen begannen um 19 Uhr, und vorher musste alles fertig sein. Manchmal musste ich allein das ganze Theater reinigen, das Parkett und die Logen. Für mich war das keine Hilfe, sondern eine Strafe, denn ich hatte eine Schwester, einen Bruder und außerdem den Mann meiner Mutter. Er kümmerte sich im Winter darum, den Heizkessel anzufeuern, damit das Theater warm wurde – eine Aufgabe, die gelegentlich ebenfalls mir zufiel.

    Für mich war das eine Bestrafung, deren Grund ich nicht verstand.

    Erst vor Kurzem erfuhr ich, dass das Teatro Feronia zusammen mit anderen historischen Theatern italienischer Bauart in Mittelitalien in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde.

    Aber glaubt ihr, mein Urteil wäre damals anders ausgefallen, wenn ich das gewusst hätte? Ich glaube nicht, denn ich war gerade einmal elf Jahre alt und mir wurde das Recht zu spielen genommen.

    Zwei Eimer Wasser

    Ehrlich gesagt war mein Alltag, aus der Sicht eines Elfjährigen, alles andere als einfach.

    In unserem Haus in der Via San Biagio 45, meinem Geburtshaus, gab es kein Wasser. Wir mussten es von der Fonte dell’Isola holen, die etwa 100 bis 120 Meter vom Haus entfernt lag. Der Weg dorthin führte über eine ansteigende Straße mit ungefähr zehn bis fünfzehn Prozent Steigung.

    Jedes Mal, wenn zu Hause das Wasser ausging, musste ich es holen. Meine Mutter gab mir zwei Zehn-Liter-Eimer und ließ mich alle vorhandenen Gefäße füllen – die Conca, Krüge, Töpfe, Flaschen und so weiter. So musste ich ungefähr fünfzehnmal auf und ab gehen. Als ich mit der Zeit schneller fertig wurde, leerte sie einfach das eine oder andere Gefäß aus und ließ es mich erneut füllen.

    Ich erzähle das nicht, weil ich bemitleidet werden möchte – Gott bewahre. Dieses Kapitel ist schon lange abgeschlossen. Aber wie mein Großvater sagte: Das Leben trägt man mit Würde, und jede Erfahrung lehrt uns zu leben.

    Auch diese Erfahrungen gehören zu meinem San Severino, ebenso wie die Kirchen, die Kunstwerke und die historischen Gebäude.

    Heute sehe ich vieles anders als damals.

    Als Kind ging ich durch diese Stadt, ohne zu wissen, wie viel Geschichte mich umgab. Ich reinigte ein Theater, trug Wasser durch alte Straßen und besuchte Kirchen und Plätze, ohne mich zu fragen, welchen kulturellen Wert sie eines Tages in meinen Augen bekommen würden.

    Erst viel später begann ich zu verstehen, in welchem Schatzkästchen ich geboren worden war.

    Vielleicht gehört es zum Älterwerden, dass man erst nach vielen Jahren den Wert dessen entdeckt, was man früher erlebt und jeden Tag vor Augen gehabt und für ganz selbstverständlich gehalten hat.

    Die Erfahrung formt dein Leben und nicht umgekehrt.

  • San Severino Marche – Lo scrigno di cui da bambino non conoscevo ancora il valore

    San Severino Marche – Lo scrigno di cui da bambino non conoscevo ancora il valore

    San Severino e il suo Patrimonio culturale.

    Dolci ricordi Questo paese, San Severino Marche, immerso nel cuore delle Marche, e non perché ci sono nato, mi crea difficoltà nel descriverlo, per il semplice motivo che non vorrei presentare al lettore un esagerato campanilismo o sofferenze vissute.

    Oggi questo paese mi appare come uno scrigno che da secoli, anzi da millenni, custodisce storia, cultura e spiritualità.

    Senz’altro, a volte dobbiamo allontanarci dai luoghi che hanno creato in noi ricordi negativi, ma, con la lontananza e il tempo, nasce pure la nostalgia di quei luoghi, ai quali leghiamo molti ricordi positivi che ci toccano il cuore e ci consolano l’anima; poi vediamo il tutto da un altro punto di vista.

    Come già detto, il rapporto sentimentale con il mio Paese nativo non è stato sempre caratterizzato da ricordi positivi, che attribuivo all’intero borgo, mentre avrei dovuto attribuirli ad altre circostanze. Per questo i miei occhi erano appannati e pieni di rabbia e non vedevo cosa succedesse intorno a me.

    Con il passare del tempo, l’espatrio, l’adattarmi e il capire altre culture e usanze, la lontananza, che poi veniva sopraffatta dalla nostalgia, così ho avuto tempo di riflettere sul perché e sul come mi trovassi in quella situazione.

    Mi mancavano quei beni culturali e spirituali, quei luoghi ai quali, nonostante tutto, ero legato: il Campanile di Castello che, quando andavo a scuola e mi trastullavo ancora in Piazza, iniziava a suonare le otto; allora dovevo mettere le gambe sulle spalle ed entrare a scuola prima che il bidello chiudesse il portone, altrimenti sarei risultato assente ingiustificato.

    Le Chiese di San Severino

    L’antica Septempeda, i cui resti archeologici raccontano le origini romane di San Severino. Ci sono il Duomo Vecchio al Castello, gli antichi Monasteri di Santa Caterina e Santa Chiara, San Lorenzo in Doliolo con la sua straordinaria cripta e San Pacifico, sulla collina di fronte.

    A San Pacifico è legato uno dei ricordi della mia infanzia: la Vigilia di Natale partivamo con il pullman da Piazza del Popolo e andavamo ad assistere alla Messa di Mezzanotte, dopodiché si giocava a tombola quasi sino all’alba.

    E poi c’è il Duomo di Sant’Agostino. Per molti è un importante edificio religioso; per me è anche la chiesa nella quale sono stato battezzato. Non so se esista ancora, ma di certo la Parrocchia avrà un registro dove sono annotati i battesimi. La cosa più strana è il fatto che lì sono stato registrato come Gianfranco Scalera, ma il mio vero nome è Franco Pioli, come risulta all’anagrafe di San Severino.

    Alla storia della città appartengono inoltre San Giuseppe in Piazza del Popolo e la Misericordia presso la Torre dell’Orologio. Alcuni di questi edifici storici hanno assunto nel tempo nuove funzioni, creando oggi un legame fra passato e vita culturale.

    Quel saper vivere alla paesana, gli amici, lo sport, le sale da ballo, da Antonietta e Peppe a quella sopra il Mercato, dove provava la Banda musicale di San Severino: ecco, tutti questi luoghi mi hanno fatto riconoscere che, in fin dei conti, San Severino non aveva nulla a che fare con i miei brutti ricordi. Questo creò in me emozioni che prima non conoscevo, o forse non volevo accettare.

    Il Teatro Feronia per me allora era un luogo di punizione.

    Non avevo ancora undici anni e non sapevo nulla di storia dell’architettura o di patrimonio culturale. Per me il Feronia non era un monumento, ma un luogo nel quale, dopo la scuola, dovevo aiutare mia madre a fare le pulizie.

    A causa della precaria situazione finanziaria della mia famiglia, mia madre, oltre alla distribuzione dei pacchi e ad altre piccole fonti di guadagno, si era assunta la responsabilità di fare le pulizie del Teatro Feronia, e io dovevo aiutarla giorno per giorno dopo essere tornato da scuola.

    Gli spettacoli iniziavano alle 19 e, prima di quell’ora, tutto doveva essere pronto. Così dovevo a volte, da solo, pulire tutto il Teatro, platea e palchi, e per me questo non era un aiuto, bensì una punizione, dato che avevo una sorella e un fratello, oltre al marito di mia madre, che d’inverno si occupava di accendere la caldaia per riscaldare l’ambiente, cosa che a volte dovevo fare pure io.

    Questo era per me come una punizione della quale non comprendevo il motivo.

    Solo recentemente ho appreso che il Teatro Feronia è entrato a far parte del Patrimonio Mondiale dell’UNESCO, insieme ad altri storici teatri all’italiana dell’Italia centrale.

    Ma credete che, se lo avessi saputo a quei tempi, il mio giudizio sarebbe stato diverso? Non credo, dato che avevo appena undici anni e mi veniva negato il diritto di giocare.

    Due secchi d’acqua

    Sinceramente, vista da un undicenne, la mia vita quotidiana era tutt’altro che semplice.

    Dove abitavamo noi, in Via San Biagio 45, la mia casa natale, non c’era acqua, e questa doveva essere prelevata dalla Fonte dell’Isola, distante circa 100/120 metri da casa, alla quale si accedeva tramite una strada in salita con una pendenza di circa il 10/15%.

    Ogni volta che a casa veniva a mancare l’acqua, dovevo essere io ad andarla a prendere. Mia madre mi dava due secchi da 10 litri e mi faceva riempire tutti i recipienti disponibili, dalla conca alle brocche, pentole, bottiglie ecc., così dovevo andare su e giù circa 15 volte e, se poi con il passare del tempo finivo presto, lei non faceva altro che svuotare l’uno o l’altro recipiente e farmelo riempire di nuovo.

    Non racconto queste cose perché desidero essere compatito, Dio me ne guardi, dato che questo capitolo è già chiuso da molto tempo, ma, come diceva mio nonno, la vita si sopporta con dignità e ogni differenza ci insegna a vivere.

    Anche queste esperienze appartengono al mio San Severino, esattamente come le chiese, le opere d’arte e gli edifici storici.

    Oggi vedo molte cose diversamente da allora.

    Da bambino attraversavo questa città senza sapere quanta storia mi circondasse. Pulivo un teatro, portavo acqua lungo vecchie strade, frequentavo chiese e piazze senza domandarmi quale valore culturale avrebbero assunto un giorno ai miei occhi.

    Soltanto molto più tardi ho iniziato a capire in quale scrigno ero nato.

    Senz’altro ciò fa parte di una persona che, con il passare degli anni, scopre il valore di ciò che un tempo ha vissuto e ogni giorno aveva davanti agli occhi e considerava semplicemente normale.

    L’esperienza crea la tua vita e non al contrario.

  • Verdicchio – zwei Landschaften, zwei Charaktere

    Verdicchio – zwei Landschaften, zwei Charaktere

    Castelli di Jesi und Matelica: dieselbe Rebsorte, aber zwei unterschiedliche Ausdrucksformen der Marken.

    Der Verdicchio gehört zu den bekanntesten Weinen der Marken. Seine strohgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen gab ihm vermutlich seinen Namen. Doch Verdicchio ist nicht gleich Verdicchio: Besonders zwei Anbaugebiete prägen seinen Charakter – die Castelli di Jesi und das Tal von Matelica.

    Verdicchio dei Castelli di Jesi

    Zwischen sanften Hügeln, Olivenhainen und Weizenfeldern liegt das traditionsreiche Gebiet der Castelli di Jesi. Der Einfluss der nahen Adria, kalk- und tonreiche Böden sowie deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht schaffen günstige Bedingungen für die Rebsorte.

    Der Verdicchio dei Castelli di Jesi zeigt häufig Aromen von weißen Blüten und gelben Früchten. Typisch ist seine feine Mandelnote, die besonders im Nachgeschmack spürbar wird. Frische, Würze und eine gute Struktur machen ihn zu weit mehr als nur einem Aperitifwein. Er begleitet Fischgerichte, helles Fleisch und mittelgereiften Käse und kann sich in den Riserva-Versionen über viele Jahre entwickeln.

    Verdicchio di Matelica

    Nur dieselbe Rebsorte – und dennoch ein anderer Charakter. Matelica liegt weiter im Landesinneren, in einem ungewöhnlich von Norden nach Süden verlaufenden Tal, das von den Apenninen umgeben wird. Die Berge schützen die Weinberge weitgehend vor dem Einfluss des Meeres. Heiße Tage, kühle Nächte und mineralreiche Böden lassen die Trauben langsam reifen.

    Der Verdicchio di Matelica wirkt oft kräftiger, konzentrierter und mineralischer. Seine Aromen erinnern an weiße Blüten, grünen Apfel, Birne, Zitrusfrüchte und feine Kräuter. Mit zunehmender Reife können sich auch Noten von Mandel, Honig und Trockenfrüchten entwickeln. Trotz seiner Struktur bewahrt er Frische und Eleganz.

    Er passt nicht nur zu Fisch und Meeresfrüchten, sondern auch zu hellem Fleisch, frischem oder gereiftem Käse und sogar zu Gerichten mit Trüffeln.

    Dieselbe Traube, zwei Ausdrucksformen

    Jesi und Matelica zeigen eindrucksvoll, wie stark Landschaft, Klima und Boden einen Wein prägen können. Der eine trägt den Einfluss der Adria und der offenen Hügellandschaft in sich, der andere die Kühle und Mineralität des geschützten Apennintals.

    Zwei Landschaften, zwei Charaktere – und doch unverkennbar Verdicchio.

  • ✋ 1961 – Lo schiaffo sulla pista da ballo

    ✋ 1961 – Lo schiaffo sulla pista da ballo

    Era una splendida domenica, una di quelle tipiche dell’estate italiana: sole, calcio nel pomeriggio, tribune gremite e tifosi entusiasti. La ciliegina sulla torta fu una vittoria per 3 a 0, che ci garantì la permanenza nel Campionato d’Eccellenza, che allora si chiamava ancora Promozione.

    La generosità di una madre

    Dopo il fischio finale andai con alcuni compagni nel nostro solito bar. Lì bevvi, cosa piuttosto insolita per un italiano, non un latte caldo, ma eccezionalmente un latte freddo.

    Verso le cinque del pomeriggio mi recai nella sede della società per ritirare il premio partita. Alle cinque e mezza ero di nuovo a casa, consegnai diligentemente a mia madre le 5.000 lire e ricevetti in cambio la mia paghetta settimanale: 1.000 lire.

    Già allora mi stupiva l’eleganza con cui riusciva a redistribuire il mio denaro a proprio favore. Ma, si sa, le madri hanno una politica finanziaria tutta loro.

    Quel giorno non si sentiva particolarmente bene e la cena sarebbe stata pronta soltanto verso le otto. Decisi quindi di fare ancora un salto in piazza. Prima che uscissi, mi chiese di comprarle una piccola confezione di aspirina.

    Naturalmente le dissi di sì.

    Non potevo immaginare che proprio quel mio “naturalmente” mi sarebbe poi tornato addosso in modo piuttosto violento.

    Piazza del Popolo war einfach leer

    Quando arrivai in piazza, la trovai stranamente vuota. Mi ricordai allora che, nel quartiere accanto alla mia vecchia scuola elementare, si trovava il bar della nostra vicina Antonietta e di suo fratello Peppe. Quella sera lì si ballava.

    Mi avviai dunque in quella direzione, soltanto per controllare la situazione – per puro interesse scientifico, naturalmente.

    Che cosa posso dire?

    C’erano i miei amici.

    C’erano anche molte ragazze.

    E da quel momento ogni forma di ragionevolezza cessò ufficialmente il servizio.

    Restare a ballare fù un obbligo

    Era il tempo di Brenda Lee, Paul Anka, Connie Francis, Ray Charles, Elvis Presley, Chuck Berry e Bill Haley. Per noi non era soltanto musica, ma un vero e proprio modo di vivere.

    Quella sera, preso dall’entusiasmo del ballo, dimenticai tutto ciò che mi circondava. Ero felice, spensierato e convinto che una serata del genere con gli amici non dovesse finire mai.

    Nel frattempo era calata la sera, ma io continuavo a volteggiare nel paradiso del ballo, completamente privo del senso del tempo e con la fiduciosa speranza che i problemi, forse, si sarebbero risolti da soli.

    All’improvviso, in mezzo alla confusione, sentii qualcuno battermi sulla spalla.

    La prima volta pensai che si trattasse di un errore.

    Ma un secondo colpo, decisamente più energico, mi riportò bruscamente alla realtà.

    Mi voltai.

    E nello stesso istante mi arrivò un sonoro schiaffo.

    Davanti a me c’era mia madre.

    Un metro e cinquanta di concentrata determinazione.

    Io ero già alto un metro e settantadue, perciò, per raggiungere il bersaglio, dovette probabilmente impegnarsi più di quanto avessi fatto io sul campo da calcio.

    Furiosa, mi domandò:

    «Sai che ore sono?»

    E naturalmente, in quel momento, sapevo soprattutto una cosa:

    aveva ragione.

    Non avevo comprato l’aspirina e non ero neppure tornato in tempo per la cena.

    Non mi restò quindi altro da fare che voltarmi un attimo verso la ragazza con cui stavo ballando e dirle cortesemente:

    «Aspetta un momento, torno subito.»

    Una frase il cui audace ottimismo continua a stupirmi ancora oggi.

    Lezione troppo dura, ma non scordarti mai l’Aspirina

    Il ritorno a casa, però, ebbe ben poco di romantico e fu accompagnato da una predica continua e senza interruzioni.

    E quella ragazza della pista da ballo non l’ho mai più rivista.

    Spero soltanto che non sia ancora lì ad aspettare il mio ritorno.

    Che quello schiaffo in pubblico abbia migliorato il nostro rapporto è piuttosto discutibile. Nonostante ciò, non sono mai stato arrabbiato con mia madre e non le ho mai serbato rancore.

    A volte avrei soltanto desiderato che fosse un po’ più indulgente con me.

    Se in seguito ci sia riuscita, oggi non saprei dirlo.

    Ma quello schiaffo sulla pista da ballo non l’ho mai dimenticato.

  • ✋ 1961 – Die Ohrfeige auf der Tanzfläche

    ✋ 1961 – Die Ohrfeige auf der Tanzfläche

    Es war ein herrlicher Sonntag, wie man ihn aus italienischen Sommern kennt: Sonne satt, Fußball am Nachmittag, volle Ränge und begeisterte Fans. Das Sahnehäubchen war ein 3:0-Sieg, der unseren Verbleib in der Campionato d’Eccellenza – damals noch Promozione – sicherte.

    Die Großzugigkeit eine Mutter

    Nach dem Abpfiff zog ich noch mit einigen Spielern in unsere Stammbar. Dort trank ich – ganz unitalienisch – keine heiße, sondern ausnahmsweise eine kalte Milch. Gegen 17 Uhr ging ich ins Vereinsbüro, um meine Siegprämie abzuholen. Um halb sechs war ich wieder zu Hause, überreichte meiner Mutter pflichtbewusst die 5.000 Lire und bekam im Gegenzug mein wöchentliches Taschengeld: 1.000 Lire.

    Schon damals staunte ich, mit welcher Eleganz sie mein Geld zu ihren Gunsten umverteilen konnte. Aber gut – Mütter haben bekanntlich ihre eigene Finanzpolitik.

    Da sie sich an diesem Tag nicht besonders wohlfühlte, würde das Abendessen erst gegen 20 Uhr fertig sein. Also beschloss ich, noch kurz auf die Piazza zu gehen. Beim Hinausgehen bat sie mich, ihr eine kleine Packung Aspirin mitzubringen.

    Natürlich sagte ich zu.

    Und ahnte nicht, dass mir genau dieses „natürlich“ später noch um die Ohren fliegen würde.

    La Piazza war leer

    Als ich auf der Piazza ankam, war sie erstaunlich leer. Da fiel mir ein, dass in der Siedlung neben meiner alten Volksschule die Bar unserer Nachbarin Antonietta und ihres Bruders Peppe lag. Dort wurde an diesem Abend getanzt.

    Also machte ich mich auf den Weg, um die Lage zu prüfen – rein wissenschaftlich natürlich.

    Was soll ich sagen?

    Meine Freunde waren da.

    Viele Mädchen auch.

    Und damit war jede weitere Vernunft offiziell außer Dienst.

    An diesen Tag war Tanzen angesagt

    Es war die Zeit von Brenda Lee, Paul Anka, Connie Francis, Ray Charles, Elvis Presley, Chuck Berry und Bill Haley. Für uns war das nicht nur Musik, sondern ein Lebensgefühl.

    An diesem Abend vergaß ich vor lauter Tanzbegeisterung alles um mich herum. Ich war glücklich, sorgenfrei und überzeugt, dass so ein Abend mit Freunden eigentlich nie enden dürfte.

    Irgendwann war es dunkel geworden, doch ich schwebte immer noch im Tanzhimmel – völlig ohne Zeitgefühl und mit großem Vertrauen darauf, dass sich Probleme vielleicht von selbst erledigen würden.

    Mitten im Gedränge spürte ich plötzlich ein Klopfen auf der Schulter.

    Zuerst dachte ich an ein Versehen.

    Doch ein zweites, deutlich energischeres Klopfen holte mich schlagartig zurück in die Wirklichkeit.

    Ich drehte mich um.

    Und im selben Augenblick landete eine saftige Ohrfeige.

    Vor mir stand meine Mutter.

    1,50 Meter konzentrierte Entschlossenheit.

    Ich war damals schon 1,72 Meter groß, also musste sie für diesen Treffer vermutlich mehr Einsatz zeigen als ich auf dem Fußballplatz.

    Wütend fragte sie:

    „Weißt du, wie spät es ist?“

    Und natürlich wusste ich in diesem Moment vor allem eines:

    Sie hatte recht.

    Ich hatte weder das Aspirin besorgt noch war ich pünktlich zum Abendessen erschienen.

    Mir blieb also nichts anderes übrig, als mich kurz zu meiner Tanzpartnerin umzudrehen und höflich zu sagen:

    „Warte bitte einen Moment, ich komme gleich zurück.“

    Ein Satz, dessen optimistische Kühnheit mich im Rückblick selbst beeindruckt.

    Lektion gelernt, vergiss nie die Aspirin

    Der Heimweg bestand dann allerdings weniger aus Romantik als aus einer lückenlosen Schimpftirade.

    Und das Mädchen von der Tanzfläche habe ich nie wiedergesehen.

    Ich hoffe nur, dass sie dort nicht bis heute auf meine Rückkehr wartet.

    Ob diese öffentliche Ohrfeige unser Verhältnis verbessert hat, darf bezweifelt werden. Trotzdem war ich meiner Mutter deswegen nie böse oder nachtragend.

    Manchmal hätte ich mir nur gewünscht, dass sie im Umgang mit mir etwas milder gewesen wäre.

    Ob ihr das später gelungen ist, vermag ich heute nicht zu sagen.

    Aber die Ohrfeige auf der Tanzfläche habe ich jedenfalls nie vergessen.

  • Käse aus den Marken – zwischen Weide, Fass und Grube

    Käse aus den Marken – zwischen Weide, Fass und Grube

    Eine Käsekultur, geprägt von Landschaft, Handwerk und überlieferten Reifungsmethoden.

    Die Käsekultur der Marken ist so vielfältig wie ihre Landschaft. Zwischen den Hügeln des Montefeltro, den Tälern von Macerata und den Höhen der Sibillinischen Berge entstehen Käse, die von Weiden, Milch, Reifezeit und alten handwerklichen Verfahren erzählen.

    Dabei geht es nicht nur um Geschmack. Jeder Käse trägt die Handschrift seines Herkunftsortes: mild und fein, kräftig und würzig oder tief aromatisch nach einer Reifung in Fass, Keller oder Grube.

    Casciotta d’Urbino DOP

    Die Casciotta d’Urbino gehört zu den bekanntesten Käsesorten der Marken. Sie ist mild, leicht süßlich und angenehm weich. Gerade diese zurückhaltende Art macht sie zu einem vielseitigen Begleiter für Brot, Gemüse und regionale Weißweine.

    Pecorino im Fass

    In Holzfässern gereifter Pecorino entwickelt mehr Tiefe und Würze. Die Reifung verleiht ihm eine feste Struktur und ein intensiveres Aroma. Zusammen mit Honig, Brot oder Wurstwaren zeigt er besonders schön, wie eng Käse und bäuerliche Tradition in den Marken verbunden sind.

    Fossa-Käse – Reifung in der Tiefe

    Eine besondere Spezialität ist der in Gruben gereifte Käse. Während der Reifezeit verändert er seine Form, gewinnt an Intensität und entwickelt ein unverwechselbares, erdiges Aroma.

    Diese Methode verlangt Geduld und Erfahrung. Sie zeigt, wie aus einfachen Zutaten durch Zeit und handwerkliches Wissen ein außergewöhnliches Produkt entstehen kann.

    Caciotta del Fermano

    Die Caciotta del Fermano gehört eher zum Alltag als zum Festtag. Sie ist weich, mild und vielseitig verwendbar. Gerade darin liegt ihr Reiz: Sie schmeckt nach Heimat, Familie und einer Küche, die nicht beeindrucken muss, um gut zu sein.

    Pecorino aus den Sibillinischen Bergen

    In den Höhenlagen der Sibillinischen Berge prägen Kräuter, Weiden und frische Bergluft den Charakter der Milch. Der daraus entstehende Pecorino kann frisch oder gereift genossen werden und passt hervorragend zu Honig, Nüssen, Pilzen oder kräftigem Brot.

    Käse als Ausdruck einer Landschaft

    Die Käse der Marken sind keine einheitliche Produktgruppe. Sie sind Ausdruck verschiedener Landschaften, Höhenlagen und Traditionen.

    Zwischen Weide, Fass und Grube entsteht eine Käsekultur, die still, eigenständig und unverkennbar marchigianisch ist.

  • Ciauscolo – die streichzarte Spezialität der Marken

    Ciauscolo – die streichzarte Spezialität der Marken

    Wer die Marken kulinarisch kennenlernen möchte, begegnet früher oder später dem Ciauscolo IGP. Diese Wurstspezialität gehört besonders zum hügeligen Hinterland und unterscheidet sich deutlich von einer gewöhnlichen Salami: Sie ist so weich, dass man sie auf frisches Brot streichen kann.

    Die Zarte Versuchung aus der Marken

    Traditionell wird Ciauscolo aus ausgewählten Teilen des Schweins hergestellt, darunter Bauch, Schulter und Lende. Gewürzt wird er mit Salz, Pfeffer und Knoblauch, gelegentlich auch mit etwas gekochtem Wein. Nach einer Reifezeit von mindestens zwei Wochen entwickelt er seine typische rosafarbene, weiche Konsistenz und sein mildes, zugleich würziges Aroma.

    Von Bauern Wurst zur IGP Qualität

    Seine Ursprünge liegen in der bäuerlichen Küche. Früher wurde möglichst alles vom Tier verwertet, und aus dieser Notwendigkeit entstand eine Spezialität, die heute zu den bekanntesten kulinarischen Botschaftern der Marken gehört.

    Am besten schmeckt Ciauscolo ganz einfach: auf einer Scheibe Brot, als Teil einer rustikalen Vorspeisenplatte oder zusammen mit Käse und einem Glas Wein aus der Region.

    Ciauscolo ist keine feine Inszenierung, sondern ein Stück gelebter Alltagskultur – weich, herzhaft und unverwechselbar marchigianisch.

    Ciauscolo und Vernaccia di Serrapetrona – zwei typische Genüsse aus den Marken.

  • Vernaccia di Serrapetrona –     eine prickelnde Rarität aus den Marken

    Vernaccia di Serrapetrona – eine prickelnde Rarität aus den Marken

    In den Hügeln der Provinz Macerata entsteht ein Wein, der selbst unter den zahlreichen italienischen Spezialitäten eine außergewöhnliche Stellung einnimmt: die Vernaccia di Serrapetrona DOCG. Es handelt sich um einen roten Schaumwein, dessen geschütztes Produktionsgebiet die Gemeinde Serrapetrona sowie Teile von Belforte del Chienti und San Severino Marche umfasst.

    Nicht zu verwechseln mit Vernatsch

    Trotz der ähnlich klingenden Namen handelt es sich um unterschiedliche Rebsorten und Weintraditionen. Vernatsch ist die Südtiroler Bezeichnung für Schiava, während die Vernaccia di Serrapetrona aus den Marken stammt und überwiegend aus der autochthonen roten Rebsorte Vernaccia Nera erzeugt wird.

    Ein Wein mit drei Gärungen

    Das Besondere liegt nicht nur in ihrer tiefroten Farbe und den feinen Perlen, sondern vor allem in der traditionellen Herstellung. Die Vernaccia di Serrapetrona durchläuft drei Gärungen. Dieses aufwendige Verfahren, verbunden mit dem teilweisen Trocknen der Trauben, verleiht dem Wein seinen unverwechselbaren Charakter.

    Farbe, Duft und Geschmack

    Im Glas zeigt sich die Vernaccia di Serrapetrona in einem kräftigen Rubinrot, das mit zunehmender Reife granatrote Töne annehmen kann. Ihre feine und anhaltende Perlage bildet eine lebhafte, rötliche Schaumkrone. Im Duft begegnen einem reife rote Früchte, Gewürze und zarte florale Noten.

    Trocken oder süß?

    Die Vernaccia di Serrapetrona wird sowohl trocken – secco – als auch süß – dolce – angeboten. Die trockene Variante wirkt lebhaft, würzig und angenehm herb, während die süße Ausführung weicher und fruchtbetonter erscheint. Beiden gemeinsam ist ein charakteristischer, leicht bitterer Nachklang.

    Ein echtes Stück Heimat

    Die Vernaccia di Serrapetrona ist weit mehr als ein ungewöhnlicher Schaumwein. Sie erzählt von einer kleinen Landschaft, einer alten Weintradition und einer Rebsorte, die eng mit den Hügeln der Provinz Macerata verbunden ist. Gerade diese Eigenständigkeit macht sie zu einer jener Spezialitäten, durch die man die Marken nicht nur kennenlernt, sondern auch schmecken kann.