19.08.2026 – Ein Tag, der holprig begann und schön endete

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Als ich den Reisebericht für den 18.08.2026 gerade fertiggestellt hatte, wollte ich mir nur einen Schluck Wasser gönnen. Doch wie es der Teufel wollte, rutschte mir beim Abstellen das Trinkglas aus der Hand, und ein wenig Wasser ergoss sich über die Tastatur. Ich wischte sofort alles ab – statt des Laptops rasch umzudrehen. Genau das war der Fehler, denn durch das Wischen konnte Wasser ins Innere des Laptops gelangen.

Damit hieß es erst einmal: Pause für mein Urlaubstagebuch.

Im Internet konnte ich einige Informationen ergattern, die ich anschließend auch befolgte. Erschrocken bin ich allerdings, als ich las, man solle den Laptop in eine Art Uhr-Stellung bringen und ihn 48 Stunden so stehen lassen. Diese Empfehlung setzte ich mit einem weinenden Auge um, denn es war ja keine große Wassermenge, die möglicherweise eingedrungen war – und 48 Stunden sind immerhin zwei ganze Tage.

Na gut, dachte ich mir, lass dir davon nicht den Tag verderben – genieße ihn trotzdem.

Am Morgen hatte ich außerdem einen kleinen Schwindelanfall, den ich mir zunächst nicht erklären konnte. Vielleicht, so dachte ich später, lag es an der offenen Wassermelone, die ein wenig merkwürdig geschmeckt hatte.

La serata dalle 5 Ragazze a Campofilone

Für den Abend hatte Christine eine großartige Idee: Wir sollten in Campofilone essen gehen, im Ristorante Le 5 Ragazze.

Schon der Name Campofilone trägt den Klang eines alten marchigianischen Dorfes in sich: ein kleiner Ort in der Provinz Fermo, hoch über der Adriaküste und dem Tal des Aso gelegen, mit mittelalterlichem Ortskern, Mauern und weitem Blick über Hügel und Meer. Berühmt wurde Campofilone vor allem durch seine hauchdünnen Maccheroncini, deren Tradition bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich waren sie eine kluge Vorratsspeise der ländlichen Küchen: aus Eiern und Mehl bereitet, sehr fein geschnitten und langsam getrocknet, damit man sie das ganze Jahr über genießen konnte. Später wurden sie zu einer kostbaren Spezialität des Ortes – so zart, dass man sie poetisch mit Engelshaar verglich. Seit 2013 sind die Maccheroncini di Campofilone sogar als IGP geschützt, und damit ist ihr Name untrennbar mit diesem Dorf verbunden.

Das Ristorante ist ein alteingesessenes Lokal in Campofilone, das bereits seit über 100 Jahren in Familientradition geführt wird. Neben vielen marchigianischen Spezialitäten gibt es dort natürlich Maccheroncini di Campofilone in unzähligen Variationen. Auch gute Weine werden angeboten – doch ich blieb, soweit möglich, meinem Motto treu: Wein della Casa. In diesem Fall war es ein sehr guter Rosso Piceno.

Da ich wusste, welche Portionen in diesem Ristorante serviert werden, bestellten wir unser Menü mit Bedacht und mit viel Rücksicht auf die einzelnen Gänge.

Wir bestellten ein 5-Ragazze-Antipasto für uns drei, dazu zwei Portionen Maccheroncini al Ragù, acht Lamm-Arrosticini pro Person – wobei schließlich 30 statt 24 auf den Tisch kamen – und als Beilage Rucolasalat mit Parmesanflocken. Zum Abschluss gönnten wir uns zwei Espresso und einen Averna.

Es wurde ein rundum gelungener Abend. Dem Ristorante muss ich wirklich ein Lob aussprechen: Obwohl man für das Abend-Dinner eigentlich vorbestellen muss, tat die Geschäftsleitung alles, damit wir dennoch einen Tisch bekamen.

Gegen Mitternacht kamen wir schließlich in unsere Ferienwohnung zurück – vollkommen entspannt, zufrieden und dankbar für einen Tag, der zwar mit einem Schrecken begonnen hatte, aber in wohliger Freude ausklang.

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