Nachdem wir Castrocaro verlassen hatten, fuhren wir in Richtung Autobahn A14. Doch mein Missgeschick vom Vortag ließ mich noch immer nicht los; es kreiste wie ein hartnäckiger Gedanke in meinem Kopf. An der Auffahrt zur A14 entdeckte ich schließlich eine scheinbare Dienststelle der Autobahngesellschaft und steuerte sie ohne Zögern an. Dort wollte ich meinen inzwischen gereiften Gedanken vorbringen: Wenn ich das Ticket vom Brenner in Fermo abgeben würde, müsste damit doch eigentlich alles abgegolten sein. Diese Lösung erschien mir in diesem Moment vollkommen logisch.
Falscher Gedanke, aber Lösung in Sicht.
Meine Logik wurde von der freundlichen Dame jedoch entschieden, fast brutal, abgeschmettert. Einen Grund nannte sie mir nicht, doch sie erklärte ruhig, ich hätte fünfzehn Tage Zeit, die Maut online zu begleichen. Damit kehrte mein innerer Frieden langsam zurück. Also fuhren wir weiter in Richtung Fermo und Porto San Giorgio, das wir nach zweieinviertel Stunden, etwa gegen Mittag, erreichten.
Sofort machte ich mich auf die Suche nach der Hundestrandbar „Minonda“. Schon beim Betreten des Restaurants umfing mich dieser herrliche mediterrane Küchenduft: Pasta, Fisch, gegrilltes Fleisch und all die Aromen, die nach Sonne, Meer und Urlaub schmecken. Da dachte ich: nicht nur hundefreundlich — hier bin ich angekommen.
Ich bestellte sofort einen Tisch für drei. Bei meiner Anfrage nach Sonnenschirm und Liegen für vier Tage wurde ich freundlich an eine andere Stelle verwiesen.
Sonnenschirm und Liegen gebucht
Der dafür zuständige junge Mann beantwortete all meine Fragen geduldig und freundlich — mal mit einer einfachen Erklärung, mal mit einem schlichten Ja. Er erklärte mir die Regeln für den Aufenthalt mit Hund am Strand und hätte gern ein ausgefülltes Formular von mir gehabt. Leider waren keine Formulare mehr vorhanden, sodass wir es am nächsten Morgen, an unserem ersten Badetag, ausfüllen würden.
Ein traumhaftes Mittagsmenü
Gegen 12:30 Uhr gingen wir schließlich zum Essen, und der verführerische Duft wurde Wirklichkeit.
Wir bestellten die Chef-Degustation — ein Menü von der Vorspeise bis zur Nachspeise. Es war eine wunderbare Wahl. Mit großer Freude genossen wir diese überwiegend auf Fisch basierende, gaumenfreundlich komponierte Folge von Speisen, die uns den Mittag auf köstliche Weise veredelte.
Wir genossen diese Speisefolge bis kurz nach 15:00 Uhr in vollen Zügen. Dazu tranken wir einen gut gekühlten Falerio Pecorino, der sich als ideale, fast vollkommene Begleitung zu unserem Menü erwies. Wie alle schönen Dinge auf dieser Welt ging auch unser Mittagessen irgendwann zu Ende. Vollkommen zufrieden standen wir schließlich auf und machten uns auf den Weg zu unserem gebuchten Quartier.
Navigations-Missstände
Bei der Eingabe der Adresse unterlief mir ein kleiner Fehler bei der Hausnummer, den ich zunächst nicht bemerkte. So landeten wir nicht in der Contrada Camera 82, sondern bei Nummer 39. Dort stellte sich heraus, dass ich tatsächlich die falsche Hausnummer eingegeben hatte. Der sehr freundliche Mensch vor Ort wusste allerdings ebenfalls nicht genau, wo sich die Nummer 82 befand. Also versuchten wir mit vereinten Kräften und mithilfe von Google Maps, Licht ins Dunkel zu bringen. Schließlich ergab sich: Die Nummer 82 musste etwa 1,5 Kilometer weiter entfernt liegen.
Mit neuem Mut starteten wir in die angezeigte Richtung — nur um bald festzustellen, dass es doch nicht so einfach war. Also hieß es: Notbremse ziehen und den Besitzer von Cà Nick anrufen. Gesagt, getan. Nachdem ich Antonio unseren Standort beschrieben hatte, schien die Verwirrung zunächst eher größer als kleiner zu werden. Schließlich vereinbarten wir einen neuen Treffpunkt: Antonio würde uns dort abholen. Also fuhren wir zurück zum Rondell, das von Porto San Giorgio heraufführt.
Tatsächlich erschien Antonio nach etwa fünfzehn Minuten mit seinem Panda — und das kleine Navigationsdrama fand ein glückliches, beinahe heiteres Ende.
Die Cà Nic Ferienwohnung
Nach etwa sieben bis acht Minuten kamen wir bei unserem Quartier an: einem sehr schönen Agriturismo, mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und von einer wohltuenden Ruhe umgeben.
Antonio Fraus und Sabine begrüßten uns sehr herzlich. Die beiden zeigten uns das Apartment, in dem wir bis zum kommenden Samstag wohnen würden: sehr schöne Räume, ebenfalls mit großer Liebe gestaltet, warm, einladend und voller kleiner Details.
Nach diesem Rundgang brachten wir, mit Antonios Hilfe, unsere Koffer ins Apartment.
Christine und unsere Enkelin fuhren anschließend noch einkaufen, und ein schöner Genusstag mit kleinen Hürden neigte sich langsam seinem Ende zu.
Wir genossen noch den Sonnenuntergang auf unserer kleinen Terrasse — diesen stillen, goldenen Abschiedsgruß des Tages — und gingen danach zufrieden schlafen.

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