Und ewig grüßt dich die Maut der Autostrade
Also, inzwischen sind elf Tage vergangen, seit ich in Forlì die falsche Ausfahrt genommen habe. Obwohl ich bereits am 17.08.2026, bei der Einfahrt in Forlì, versucht hatte, an der Mautstelle herauszufinden, was ich tun muss, um diese Maut zu entrichten, bin ich bis heute auf keinen grünen Zweig gekommen.
Ich beschloss daher heute Morgen, bei der Polizia Stradale in Macerata vorbeizuschauen und vielleicht dort Hilfe zu bekommen. Was mir zunächst nicht gewährt wurde, denn – wie man mir freundlich erklärte – dafür seien sie nicht zuständig. Immerhin gaben sie mir den Tipp, mich in der Via Roma 149 in Macerata vorzustellen, da sich dort ein ENI-Blu-Point befinde.
Voller Hoffnung fuhr ich dorthin. Der freundliche Mann an der Agip-Tankstelle erklärte mir jedoch, dass er nicht berechtigt sei, die Maut zu kassieren. Daraufhin bat ich ihn, mir wenigstens eine Stelle zu nennen, an die ich mich wenden könne. Gesagt, getan: Ich erhielt eine römische Telefonnummer.
Volle Freude trat ich die Rückfahrt nach Valcerasa an
In der Ferienwohnung angekommen, wählte ich diese Nummer. Es folgten zahlreiche Fragen, die jeweils mit einer Ziffer beantwortet werden mussten, bis ich endlich einen Operator erwischte.
Also, lange Rede, kurzer Sinn: Der Herr schien für meinen Fall nicht zuständig zu sein, was vielleicht sogar verständlich sein könnte. Allerdings verwies er mich an eine Servicenummer, die ich bereits bei meinen Internetrecherchen gefunden und sogar unter der italienischen Vorwahl mehrfach angerufen hatte – allerdings ohne Erfolg.
Und jetzt kam der entscheidende Hinweis: Die Nummer ist nicht vergeben. Bitte wenden Sie sich an die Auskunft.
Also, hier ist mir dann endgültig der Gaul durchgegangen. Ich drohte damit, die Gesellschaft wegen entgangener Urlaubsfreude zu verklagen. Ziemlich verärgert legte ich anschließend auf.
Neue Suche, neues Glück?
Nach dem Mittagessen fragte ich Fabio, ob er vielleicht eine Lösung für mein Mautdrama hätte. Er empfahl mir, nach Porto Civitanova zu fahren, weil es dort noch Punto Blu geben sollte.
Also: nichts wie hin.
Doch das war ein Schuss ins Wasser – oder besser gesagt: auf die bereits geschlossene Mautstelle.
Die Anlaufstellen von Punto Blu sind nämlich bereits seit 2024 geschlossen. Es gibt nur noch zwei Stellen, die diese Funktion teilweise übernommen haben, und zwar ENI und TIM. Diese beiden Institutionen sind für alles zuständig, was rund um das Auto benötigt wird – nur eben nicht dafür, unbezahlte Mautgebühren zu kassieren.
So fühlte ich mich langsam wie Dante Alighieri am Eingang zur Hölle, der in seinem dritten Gesang die unmissverständliche Aufforderung lesen musste:
„Lasciate ogne speranza, voi ch’intrate.“
(Lasst alle Hoffnung fahren, ihr, die ihr eintretet.)
Doch ich wollte mich damit nicht abfinden. Also werde ich morgen, am zwölften Tag meiner persönlichen Maut-Odyssee, weiter nach einer Lösung suchen.
Ein Abend in Cusciano
Am Abend fuhren wir nach Cusciano, einer verträumten, etwas abgelegenen Fraktion in den Settempedani-Hügeln bei San Severino.
Etwa drei Kilometer vor dem Ziel versagte unser Autonavigationssystem endgültig seinen Dienst. Also übernahm Google Maps das Kommando – mit einer Route, die uns durch Wald, über Wiesen, Schotterpisten und Steigungen von bis zu 18 Prozent führte.
Langsam begann ich ernsthaft daran zu zweifeln, ob wir überhaupt noch auf dem richtigen Weg waren. Doch wieder einmal sollte ich eines Besseren belehrt werden.
Plötzlich standen wir vor der Ristorante-Pizzeria „La Lucciola“ – das Glühwürmchen. Ein in dieser Abgeschiedenheit erstaunlich nettes Lokal mit einem geradezu unwahrscheinlich großen Garten.
Ich bestellte für uns drei, wie üblich, einen Liter Acqua Gassata und einen halben Liter Rotwein. Als Vorspeise gab es eine Lucciola, eine Kombination lokaler Produkte: Ciauscolo, Pecorino, Bauernschinken und Lonza, dazu Bruschetta mit Mozzarella und Tomaten, Melone passend zum Schinken, gegrillte Zucchini- und Auberginenscheiben sowie einen Buchweizensalat mit kleinen Gürkchen und Minitomaten.
Danach kamen eine Pizza Diavola und zwei Pizza Napoletana auf den Tisch.
Zum Abschluss natürlich drei Caffè.
Als Abschluss: Eisessen in San Severino
Anschließend fragte ich das Personal nach einem bequemeren Weg zurück. Mit dieser wertvollen Information ausgestattet, machten wir uns in Richtung San Severino Marche auf und wollten den Abend dort mit einer schönen Portion Eis ausklingen lassen. was auch geschah.
Dann fuhren wir noch zum Castello, um die Türme und das Panorama von San Severino bei Nacht zu fotografieren.
Und so wurde aus dem ursprünglich geplanten ruhigen Abschluss des Abends noch ein kleiner nächtlicher Fotostopp.
Alles in allem aber ein sehr gelungener Abend.
Und gegen Mitternacht waren wir schließlich wieder in Valcerasa.
Die Maut war damit zwar noch immer nicht bezahlt – aber immerhin hatten wir gut gegessen.

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