Ja, diesen Tag kann ich getrost als einen Tag der Gespräche bezeichnen – vor allem der guten, interessanten und wohltuenden Gespräche, die ihr Ziel nicht verfehlt haben. Aber der Reihe nach.
Am Vormittag hatte ich mal wieder eine dieser Schrecksekunden, die den Besitzer von OK Computer wohl köstlich amüsiert haben,
,muss. Man stelle sich vor: Ich arbeite den ganzen Vormittag konzentriert an meinen zwei noch fehlenden Reiseberichten – und plötzlich, mitten im schönsten Schreibfluss, gibt mein Laptop keinen Mucks mehr von sich. Keine Reaktion, kein Lebenszeichen, einfach weg.
Ich dachte: Jetzt ist alles aus.
Kannst du dir vorstellen, was in diesem Moment in mir vorging? Der Schrecken des kleinen Wasserschadens lag noch nicht lange zurück, und nach Aussage des Ladenbesitzers von OK Computer war das Wasser sogar ins Innere des Laptops eingedrungen. Da dachte ich natürlich sofort: Jetzt ist der Laptop im Eimer und hat endgültig seinen Geist aufgegeben.
Also rief ich bei OK Computer an und erklärte dem guten Menschen mein Drama. Seine Antwort war klar und deutlich: Das könne eigentlich nicht sein, denn gestern im Laden habe sich der Laptop ganz normal laden lassen. Vielleicht sei ja nur das Ladekabel kaputt, ich solle das bitte prüfen. Und stellt euch vor: Das Kabel war ausgesteckt. Also entschuldigte ich mich gefühlt tausendmal, steckte das Kabel wieder ein – und, oh Wunder: Das kleine grüne ON-Licht brannte wieder. Selten hat mich ein grünes Lämpchen so glücklich gemacht.
Meine Enkelin, der kleine Scherzkeks
Als ich gegen 12:30 Uhr von Christine abgeholt wurde, war die Vorfreude groß: Endlich hatten wir unser Wunschessen beim Chalet Ondina bestellt – Muscheln und Fritto Misto aus Garnelen, Fisch und kleinen Sepien, dazu ein Verdicchio di Matelica, ein exquisiter Weißwein, der schon beim Gedanken daran nach Sommer, Meer und guter Laune schmeckt.
Während wir auf das Essen warteten, erzählte ich, was eigentlich mit dem Laptop gewesen war. Da fing meine Enkelin plötzlich an zu schmunzeln. Natürlich verstand ich zunächst nicht warum – bis sie sagte: „Ja, mir hat der Snoopy leidgetan, weil es so heiß war. Deswegen habe ich den Laptop-Stecker abgezogen und dafür den Ventilator eingesteckt, damit Snoopy es schön frisch hat.“ Bei dieser Erklärung musste auch ich herzlich lachen, und mit einem Schlag waren alle dunklen Wolken verschwunden.
Ausgeruht zu Gespräch
Gegen 15:00 Uhr waren wir wieder in der Ferienwohnung. Ich ruhte mich ein wenig aus, denn um 16:00 Uhr war das Gespräch mit Sabine und Antonio angesagt – und dieses Gespräch sollte noch eine ganz eigene, schöne Bedeutung bekommen.
Wir erschienen pünktlich und redeten über dies und jenes. Es wurde ein sehr interessanter Ideenaustausch über Bio- und Naturprodukte sowie über die damit verbundenen Schwierigkeiten. Denn nicht immer ist wirklich Bio drin, wo Bio draufsteht, auch wenn das Produkt die entsprechende Kennzeichnung trägt. Besonders blieb mir Antonios Aussage vom Vortag im Gedächtnis: Welchen Apfel würde ich nehmen – den schönen, glänzenden und polierten Apfel aus dem Supermarktregal oder meinen Apfel aus dem Garten, vielleicht sogar mit Wurm? Ich glaube, da muss man nicht lange überlegen. Die Wahl überlasse ich natürlich dem Leser, denn beeinflussen möchte ich niemanden. Aber um ehrlich zu sein: Ich würde lieber meinen eigenen Apfel aus dem Garten essen, auch wenn er vielleicht einen Wurm haben sollte. Er ist sicherlich viel gesünder als der polierte, auf Hochglanz gebrachte Apfel aus dem Supermarktregal.
Der erste Schritt ist getan
Im Anschluss konnte ich meine Idee vorstellen: Was ich mit meiner Webseite erreichen möchte, eine Verbindung zwischen Deutschland und den Marken zu schaffen und marchigianische Produkte in Deutschland bekannter zu machen. Besonders wichtig ist mir dabei, dass ich weder als Repräsentant noch als Verkäufer auftrete. Wer Interesse an diesen Produkten hat, soll sie über meine Homepage direkt beim Produzenten bestellen können. Die Voraussetzung dafür ist bereits vorhanden.
Dann erklärte ich Sabine und Antonio, dass ihr wunderschönes Agriturismo Farm Cà Nick mich dazu inspiriert hat, eine neue Seite aufzunehmen. Dieses Agriturismo, seine Anlage und einer der schönsten Rasen Italiens sind für mich durch ihre besondere Ausstrahlung und Exklusivität geradezu dafür prädestiniert.
Alle Präliminarien haben wir noch besprochen und festgelegt, sodass nun nichts mehr im Wege steht, ihre Webseite in meine zu integrieren. Ich hoffe sehr, dass diese Idee Früchte trägt – am liebsten so gesunde und ehrliche Früchte wie Antonios Apfel aus dem Garten.

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