Kategorie: Genuss aus den Marken

  • Familientradition – PastaDC

    Familientradition – PastaDC

    Mein erster Kontakt mit Pasta DC

    Auf der Suche nach einem geeigneten Partner für mein Projekt „Genuss aus den Marken“, bei dem mir traditionelle Familienbetriebe besonders wichtig sind, besuchte ich eines der Geschäfte von Pasta DC in Porto San Giorgio – unangekündigt und ohne Termin. Die Präsentation der frischen Pasta und der Pasta secca war mehr als appetitlich, und das Geschäft war voller Kunden.

    Trotz des großen Andrangs waren die Verkäuferinnen sehr freundlich und hilfsbereit. Ich musste mich etwa eine halbe Stunde gedulden, bevor ich mein Anliegen vorbringen konnte. Am Ende wurde mein Besuch jedoch zu einem vollen Erfolg: Ich erhielt die Telefonnummer von Frau Verusca De Carlonis – und damit den direkten Kontakt zur Familie.

    Enzo De Carlonis – Fußballer und Pastaio

    Die Geschichte der Familie De Carlonis ist eng mit ihrer Heimat verbunden. Enzo De Carlonis legte den Grundstein für den Familienbetrieb und entwickelte aus einer kleinen Bottega in der Via Tombolini ein Unternehmen, das sich mit seiner Eierpasta weit über Campofilone hinaus einen Namen machte.

    Enzo De Carlonis war ein maestro pastaio – ein Pasta-Meister, dessen Arbeit von Leidenschaft, Erfahrung und tiefer Verbundenheit mit seiner Heimat geprägt war. Dieses handwerkliche Erbe lebt heute in Pietro De Carlonis und seiner Pasta DC weiter.

    Bei Pasta DC bedeutet Tradition nicht nur, alte Rezepte zu bewahren. Vieles wird durch Zuschauen, Erfahrung und tägliche Arbeit weitergegeben. Wie es in den Unterlagen heißt: Manche Dinge kann man nicht einfach lehren – sie werden von Hand zu Hand und von Generation zu Generation weitergegeben.

    Pietro führt diese Familientradition heute auf seine eigene Weise fort. Seine Erfahrung zeigt sich nicht nur in Rezepturen, sondern vor allem im Gespür für den richtigen Moment, für die Beschaffenheit des Teiges und für die Qualität der Rohstoffe. Dieses Wissen entsteht über Jahre – durch Arbeit, Beobachtung und Erinnerung.

    Alles beginnt auf einem Feld, mit einer Ähre, mit einer Hand, die die Arbeit kennt.

    Maccheroncini di Campofilone IGP – eine Pasta mit Geschichte

  • Verdicchio – zwei Landschaften, zwei Charaktere

    Verdicchio – zwei Landschaften, zwei Charaktere

    Castelli di Jesi und Matelica: dieselbe Rebsorte, aber zwei unterschiedliche Ausdrucksformen der Marken.

    Der Verdicchio gehört zu den bekanntesten Weinen der Marken. Seine strohgelbe Farbe mit grünlichen Reflexen gab ihm vermutlich seinen Namen. Doch Verdicchio ist nicht gleich Verdicchio: Besonders zwei Anbaugebiete prägen seinen Charakter – die Castelli di Jesi und das Tal von Matelica.

    Verdicchio dei Castelli di Jesi

    Zwischen sanften Hügeln, Olivenhainen und Weizenfeldern liegt das traditionsreiche Gebiet der Castelli di Jesi. Der Einfluss der nahen Adria, kalk- und tonreiche Böden sowie deutliche Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht schaffen günstige Bedingungen für die Rebsorte.

    Der Verdicchio dei Castelli di Jesi zeigt häufig Aromen von weißen Blüten und gelben Früchten. Typisch ist seine feine Mandelnote, die besonders im Nachgeschmack spürbar wird. Frische, Würze und eine gute Struktur machen ihn zu weit mehr als nur einem Aperitifwein. Er begleitet Fischgerichte, helles Fleisch und mittelgereiften Käse und kann sich in den Riserva-Versionen über viele Jahre entwickeln.

    Verdicchio di Matelica

    Nur dieselbe Rebsorte – und dennoch ein anderer Charakter. Matelica liegt weiter im Landesinneren, in einem ungewöhnlich von Norden nach Süden verlaufenden Tal, das von den Apenninen umgeben wird. Die Berge schützen die Weinberge weitgehend vor dem Einfluss des Meeres. Heiße Tage, kühle Nächte und mineralreiche Böden lassen die Trauben langsam reifen.

    Der Verdicchio di Matelica wirkt oft kräftiger, konzentrierter und mineralischer. Seine Aromen erinnern an weiße Blüten, grünen Apfel, Birne, Zitrusfrüchte und feine Kräuter. Mit zunehmender Reife können sich auch Noten von Mandel, Honig und Trockenfrüchten entwickeln. Trotz seiner Struktur bewahrt er Frische und Eleganz.

    Er passt nicht nur zu Fisch und Meeresfrüchten, sondern auch zu hellem Fleisch, frischem oder gereiftem Käse und sogar zu Gerichten mit Trüffeln.

    Dieselbe Traube, zwei Ausdrucksformen

    Jesi und Matelica zeigen eindrucksvoll, wie stark Landschaft, Klima und Boden einen Wein prägen können. Der eine trägt den Einfluss der Adria und der offenen Hügellandschaft in sich, der andere die Kühle und Mineralität des geschützten Apennintals.

    Zwei Landschaften, zwei Charaktere – und doch unverkennbar Verdicchio.

  • Käse aus den Marken – zwischen Weide, Fass und Grube

    Käse aus den Marken – zwischen Weide, Fass und Grube

    Eine Käsekultur, geprägt von Landschaft, Handwerk und überlieferten Reifungsmethoden.

    Die Käsekultur der Marken ist so vielfältig wie ihre Landschaft. Zwischen den Hügeln des Montefeltro, den Tälern von Macerata und den Höhen der Sibillinischen Berge entstehen Käse, die von Weiden, Milch, Reifezeit und alten handwerklichen Verfahren erzählen.

    Dabei geht es nicht nur um Geschmack. Jeder Käse trägt die Handschrift seines Herkunftsortes: mild und fein, kräftig und würzig oder tief aromatisch nach einer Reifung in Fass, Keller oder Grube.

    Casciotta d’Urbino DOP

    Die Casciotta d’Urbino gehört zu den bekanntesten Käsesorten der Marken. Sie ist mild, leicht süßlich und angenehm weich. Gerade diese zurückhaltende Art macht sie zu einem vielseitigen Begleiter für Brot, Gemüse und regionale Weißweine.

    Pecorino im Fass

    In Holzfässern gereifter Pecorino entwickelt mehr Tiefe und Würze. Die Reifung verleiht ihm eine feste Struktur und ein intensiveres Aroma. Zusammen mit Honig, Brot oder Wurstwaren zeigt er besonders schön, wie eng Käse und bäuerliche Tradition in den Marken verbunden sind.

    Fossa-Käse – Reifung in der Tiefe

    Eine besondere Spezialität ist der in Gruben gereifte Käse. Während der Reifezeit verändert er seine Form, gewinnt an Intensität und entwickelt ein unverwechselbares, erdiges Aroma.

    Diese Methode verlangt Geduld und Erfahrung. Sie zeigt, wie aus einfachen Zutaten durch Zeit und handwerkliches Wissen ein außergewöhnliches Produkt entstehen kann.

    Caciotta del Fermano

    Die Caciotta del Fermano gehört eher zum Alltag als zum Festtag. Sie ist weich, mild und vielseitig verwendbar. Gerade darin liegt ihr Reiz: Sie schmeckt nach Heimat, Familie und einer Küche, die nicht beeindrucken muss, um gut zu sein.

    Pecorino aus den Sibillinischen Bergen

    In den Höhenlagen der Sibillinischen Berge prägen Kräuter, Weiden und frische Bergluft den Charakter der Milch. Der daraus entstehende Pecorino kann frisch oder gereift genossen werden und passt hervorragend zu Honig, Nüssen, Pilzen oder kräftigem Brot.

    Käse als Ausdruck einer Landschaft

    Die Käse der Marken sind keine einheitliche Produktgruppe. Sie sind Ausdruck verschiedener Landschaften, Höhenlagen und Traditionen.

    Zwischen Weide, Fass und Grube entsteht eine Käsekultur, die still, eigenständig und unverkennbar marchigianisch ist.

  • Ciauscolo – die streichzarte Spezialität der Marken

    Ciauscolo – die streichzarte Spezialität der Marken

    Wer die Marken kulinarisch kennenlernen möchte, begegnet früher oder später dem Ciauscolo IGP. Diese Wurstspezialität gehört besonders zum hügeligen Hinterland und unterscheidet sich deutlich von einer gewöhnlichen Salami: Sie ist so weich, dass man sie auf frisches Brot streichen kann.

    Die Zarte Versuchung aus der Marken

    Traditionell wird Ciauscolo aus ausgewählten Teilen des Schweins hergestellt, darunter Bauch, Schulter und Lende. Gewürzt wird er mit Salz, Pfeffer und Knoblauch, gelegentlich auch mit etwas gekochtem Wein. Nach einer Reifezeit von mindestens zwei Wochen entwickelt er seine typische rosafarbene, weiche Konsistenz und sein mildes, zugleich würziges Aroma.

    Von Bauern Wurst zur IGP Qualität

    Seine Ursprünge liegen in der bäuerlichen Küche. Früher wurde möglichst alles vom Tier verwertet, und aus dieser Notwendigkeit entstand eine Spezialität, die heute zu den bekanntesten kulinarischen Botschaftern der Marken gehört.

    Am besten schmeckt Ciauscolo ganz einfach: auf einer Scheibe Brot, als Teil einer rustikalen Vorspeisenplatte oder zusammen mit Käse und einem Glas Wein aus der Region.

    Ciauscolo ist keine feine Inszenierung, sondern ein Stück gelebter Alltagskultur – weich, herzhaft und unverwechselbar marchigianisch.

    Ciauscolo und Vernaccia di Serrapetrona – zwei typische Genüsse aus den Marken.

  • Olivenöl aus den Marken – Charakter in jedem Tropfen

    Olivenöl aus den Marken – Charakter in jedem Tropfen

    Zwischen Adriaküste und Apennin prägen Olivenhaine seit Jahrhunderten die Landschaft der Marken. Aus regionalen Sorten und sorgfältiger Verarbeitung entstehen native Olivenöle extra, die mit Frische, feiner Bitterkeit und einer angenehmen Schärfe überraschen. Sie sind nicht nur ein Bestandteil der Küche, sondern ein Stück Landschaft, Handwerk und gelebter Tradition.

    Tradition mit tiefen Wurzeln

    Der Olivenbaum begleitet die Menschen im Mittelmeerraum seit Jahrtausenden. Auch in den Marken prägt er Landschaft, Küche und Kultur. Seine knorrigen Stämme erzählen von Beständigkeit, während aus seinen Früchten ein Öl entsteht, das bis heute für Herkunft, Handwerk und Lebensart steht.

    Sorten mit regionalem Charakter

    Raggia, Ascolana Tenera, Mignola, Piantone di Mogliano und Rosciola gehören zu den charakteristischen Olivensorten der Marken. Sie verleihen den Ölen fruchtige Noten von grüner Olive, Kräutern und Mandel, begleitet von feiner Bitterkeit und einer angenehmen Schärfe.

    Blend oder Monocultivar?

    Ein Blend verbindet Öle verschiedener Olivensorten zu einer ausgewogenen Komposition. Die Eigenschaften der einzelnen Sorten ergänzen sich und ergeben ein harmonisches, vielseitiges Geschmacksbild.

    Ein Monocultivar wird dagegen ausschließlich aus einer einzigen Olivensorte gewonnen. Dadurch treten ihr eigener Charakter sowie der Einfluss von Boden, Klima und Erntejahr besonders deutlich hervor.

    Woran erkennt man gutes EVO?

    Ein hochwertiges natives Olivenöl extra wirkt frisch und lebendig. In Duft und Geschmack können sich Noten von grüner Olive, Kräutern, Mandel oder Artischocke zeigen. Eine feine Bitterkeit und eine leichte pfeffrige Schärfe sind dabei keine Fehler, sondern häufig Zeichen von Frische und wertvollen Inhaltsstoffen. Wirkt ein Öl dagegen flach, muffig oder ranzig, hat es seinen besten Zustand meist hinter sich.

    Kaufen und richtig aufbewahren

    Ein gutes EVO sollte eine klare Herkunft erkennen lassen und möglichst frisch sein. Dunkle Flaschen oder Dosen schützen es besser vor Licht. Nach dem Öffnen gehört es gut verschlossen an einen kühlen, dunklen Ort – fern von Wärmequellen und direkter Sonneneinstrahlung. So bleiben Duft, Geschmack und Qualität länger erhalten.

    Ein Stück Landschaft auf dem Teller

    Olivenöl aus den Marken ist weit mehr als ein Küchenfett. In jedem Tropfen begegnen sich Landschaft, regionale Sorten und handwerkliche Erfahrung. Wer ein gutes EVO kostet, schmeckt deshalb nicht nur Fruchtigkeit, Bitterkeit und feine Schärfe, sondern auch ein Stück jener Region, in der der Olivenbaum seit Jahrhunderten zu Hause ist.